Pressemitteilung des ZgR-Bündnis zur anstehenden Gedenkdemo am 10. Jahrestag des Winterbacher Brandanschlags

In der Nacht vom 9. auf den 10. April 2011 überfiel eine Nazigruppe neun Migranten auf einem Gartengrundstück in Winterbach. Nach Schlägen, Tritten, einer mörderischen Hetzjagd und einem Brandanschlag konnten die Betroffenen in letzter Sekunde ihr Leben retten. Der Brandanschlag hat gezeigt, wohin rassistische Hetze und Gewalt führen können. Zehn Jahre nach dem Brandanschlag wollen wir an die schrecklichen Ereignisse erinnern und Lehren für die heutige Zeit ziehen. Wir können und dürfen dazu nicht schweigen.

Wegschauen, verharmlosen, gewähren lassen, ignorieren oder gar unterstützen von rassistischer und neofaschistischer Hetze und Gewalt hat dramatische Folgen. Immer dreister, gewalttätiger, skrupelloser und mörderischer gehen Rassisten und Neofaschi sten gegen Andersdenkende vor. Die Saat rechter Ideologien und Hetze geht immer mehr auf. Davon zeugen insbesondere das Massaker in Hanau (9 Tote, Februar 2020), der Anschlag in Halle (2 Tote, Oktober 2019), und der Mord an Walter Lübcke (August 2019).

Nicht nur aus den angeführten Gründen hat sich das Bündnis Zusammen gegen Rechts Rems-Murr entschieden, gemeinsam mit Rems-Murr-Nazifrei! eine Demonstration anlässlich der 10. Jährung des Winterbacher Brandanschlags zu organisieren. Tim Neumann, ZgR-Pressesprecher führt dazu aus:

„Anhand der Ereignisse von Winterbach wird deutlich, was das einende Ziel rechter Gruppierungen und Parteien ist: Gewalt, Totschlag und Mord an ihren Feindbildern wie z.B. MigrantInnen & ihren hier geborenen Kindern zu begehen. Sie nutzen dabei konservative Ressentiments und rassistische Meinungsbilder als Anknüpfungspunkte für den Ausbau ihres Einflusses in der Gesellschaft. Zehn Jahre nach dem furchtbaren Brandanschlag müssen wir festhalten: Der rechte Aufwind in Form von AfD, Querdenken, rechten Terrornetzwerken oder rechtsbetrieblicher Zusammenschlüsse wie Zentrum Automobil stellt uns alle vor die erhöhte Notwendigkeit, ihnen den Wind aus den Segeln zu nehmen. Wir brauchen mehr antifaschistisches Handeln und antifaschistisch Handelnde. Auf dieser Grundlage ist es einfacher zu erkennen, dass die Rechte Krisen wie die aktuelle Wirtschafts- und Coronakrise nicht abschaffen oder in geordnete Bahnen lenken, sondern verschärfen will und wird.

Deshalb sind die Ereignisse und Lehren aus dem Brandanschlag auch von aktueller Bedeutung. Die Demonstration soll ein Statement sein für alle Betroffenen rechter Gewalt, dass wir zu ihnen stehen und die ihnen widerfahrene Gewalt auch nach 10 Jahren nicht vergessen. Die Demonstration soll klar machen, dass nur durch Aufklärung, Protest und Widerstand insbesondere die faschistische Rechte in all ihren Facetten im Rems-Murr-Kreis merkbar zurückgedrängt wurde. Und sie soll ein Zeichen dafür sein, dass wir trotz eines in Teilen 50%igen Stimmenverlust der AfD bei uns noch lange nicht am Ende der Fahnenstange sind. Das Verbreiten rechter Propaganda darf keine akzeptierter Teil von Meinungsbildung darstellen, sondern muss den Verantwortlichen verleidet werden.

Selbstverständlich nehmen wir bei der Planung der Demonstration den Infektionsschutz sehr ernst. Wir wollen allen TeilnehmerInnen ein sicheres Demonstrieren ermöglichen. Als grobe Eckpunkte werden gelten: Verpflichtendes Tragen eines Mund-Nasen-Schutz, Abstandsmarkierungen auf den Kundgebungen und während der Demonstration.

Am heutigen Samstag haben wir den Startschuss für die Bewerbung der Demo abgegeben: Mit einem Infostand und in Briefkästen gesteckten Flugblättern haben wir die Thematik in Winterbach platziert. Die erhaltenen Rückmeldungen waren durchweg positiv geprägt. In der kommenden Zeit werden wir weiter dran bleiben und weiter Mobilisierungsaktionen durchführen.“

Bildquelle: www.oatrm.org

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