100 BesucherInnen bei der Podiumsdiskussion in Rudersberg

Trotz besten Wetters war es im Musiksaal des Schulzentrums Rudersberg rappelvoll: 100 Menschen wohnten der Podiumsdiskussion mit dem Titel „Ursachen von rechter Gewalt & mögliche Gegenstrategien“ bei. Hintergrund der Veranstaltung war eine an den Rudersberger Journalisten Alfred Denzinger verschickte Morddrohung. Ein anonymer Absender rief in einer Textnachricht dazu auf, Denzinger samt Familie durch einen Brandanschlag zu töten. Denzingers Haus bzw. PKW wurde bereits vier Mal tatsächlich von Faschisten beschädigt, vor allem mit Farbbeuteln oder Sprühdosen. Im Vorfeld der Podiumsdiskussion initiierten wir eine Solidaritätserklärung mit 59 bzw. 128 unterzeichenden Organisationen und Einzelpersonen, darunter auch Bundestagsabgeordnete. Darüber hinaus fanden knapp 4.000 Flugblätter ihren Weg in Rudersberger Briefkästen oder in die lokalen Betriebe, um auf die Podiumsdiskussion aufmerksam zu machen.

Die Veranstaltung verlief bis auf einen Schnüffel- und Einschüchterungsversuch einer aufdringlichen Polizeistreife erfolgreich und ruhig. Auf dem Podium diskutierten unter der Moderation von Renate Angstmann-Koch (Mitglied im Landes- und Bundesvorstand der Deutschen Journalisten Union)

  • Matthias Fuchs (Geschäftsführer der IG Metall Waiblingen),
  • Peter Schwarz (Redakteur beim Zeitungsverlag Waiblingen),
  • Alfred Denzinger (Chefredakteur sowie Herausgeber der Beobachter News, Betroffener rechter Gewalt),
  • Tim Neumann (Sprecher des Bündnisses Zusammen gegen Rechts Rems-Murr),
  • Sonja Großhans (Fachstelle Demokratieförderung und Rechtsextremismusprävention) und
  • Aleyna (antifaschistische Aktivistin)

mit. Vor allem ging es um die Frage der Zusammenhänge zwischen rechten Gewalttaten und den bestehenden rechten Netzwerken im Rems-Murr-Kreis, um die unrühmliche Rolle des Staatsschutzes Waiblingen bei den nach wie vor unaufgeklärten Attacken und Drohungen oder – etwas kontroverser – um die Effektivität und Legitimität verschiedener Maßnahmen gegen rechte Umtriebe. Im Anschluss daran wurde Beiträgen aus dem Publikum Raum gegeben, was viele BesucherInnen wahrnahmen. Viele RudersbergerInnen unterstrichen die Wichtigkeit von Solidarität mit den Betroffenen rechter Gewalt und bekundeten dies durch ihre Redebeiträge. Ein vielgenutzter Infotisch, an dem sich die BesucherInnen über praktische Maßnahmen gegen Rechte, offene Treffen, Bildungsveranstaltungen und Demonstrationsaufrufe informieren konnten, rundete unser Angebot ab.

Die breite Teilnahme an der Veranstaltung machte also deutlich, dass es in Rudersberg keinen Platz für rechte Gewalt und Pressefeindlichkeit gibt. Wir bedanken uns an dieser Stelle bei den ReferentInnen für ihre Mitgestaltung und bei den BesucherInnen für ihre aktive Anwesenheit.

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Podiumsdiskussion über Ursachen rechter Gewalt & mögliche Gegenstrategien

Nach vier Farbanschlägen auf das Haus und das Auto des Rudersberger Journalisten Alfred Denzinger erhielt dieser am 27. April eine Morddrohung per Mail. Mit dem Betreff „die Denzinger-Mischpoke töten“ ließ ein anonymer Absender Alfred Denzinger seine Hetznachricht zukommen : Man werde die Familie des Chefredakteurs „der Ausrottung anheimstellen“, Denzinger selbst werde „wegen feindlicher Agitation gegen das deutsche Volk“ zum Tod durch Verbrennen verurteilt. Auf Familie und Freunde sei keine Rücksicht zu nehmen. Diese Morddrohung muss im Kontext zu anderen faschistischen Aktionen in der Region gesehen werden: Am 15. April schmierten Faschisten im beschaulichen Sulzbach an der Murr die Namen vermeintlicher Linker, sowie den Namen und die Adresse Alfred Denzingers an die Wände der örtlichen Bahnhofsunterführung.

Wie wir gegen all das vorgehen können, wollen wir in Rudersberg diskutieren. Wir laden alle Interessierten, insbesondere die Rudersbergerinnen und Rudersberger auf die Podiumsdiskussion ein und freuen uns auf einen interessanten und kontroversen Abend!

Die Veranstaltung findet im Musiksaal des Schulzentrums Rudersberg, Schulstraße 49 statt.

Auf dem Podium sitzen:
– Renate Koch als Moderation, Mitglied im Landes- und Bundesvorstand der Deutschen Journalisten Union
– Peter Schwarz, Redakteur beim Zeitungsverlag Waiblingen
– Matthias Fuchs, Geschäftsführer der IG Metall Waiblingen
– Alfred Denzinger, Journalist und Betroffener
– Tim Neumann, Sprecher des Bündnisses Zusammen gegen Rechts
– Sonja Großhans, Fachstelle DeRex – Demokratieförderung und Rechtsextremismusprävention | Kreisjugendamt beim Landratsamt Rems-Murr-Kreis
– eine antifaschistische Aktivistin

Hinweis: Wir behalten uns vor, von unserem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechten Parteien oder Organisationen angehören, der rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtenden Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Link zur Facebookveranstaltung: https://www.facebook.com/events/2125158021109991/

Bericht zu den Protesten gegen die AfD-Hetzveranstaltung im Backnanger Bürgerhaus

Eine Woche vor den Europa- und Kommunalwahlen veranstaltete die AfD Rems-Murr im Backnanger Bürgerhaus einen „Bürgerdialog“, wie sie ihre rassistische, frauen- und arbeiterInnenfeindliche Propagandaveranstaltungen gerne betiteln. Trotz der geringen Mobilisierungszeit riefen wir zu einer Kundgebung am Schillerplatz auf und verteilten in den Tagen vor der Veranstaltung viele Flyer in der Backnanger Innenstadt und in Briefkästen. Die Rückmeldungen in der Backnanger Bevölkerung war durchweg positiv geprägt, von vielen Seiten erfuhren die Verteilenden Zuspruch.

Am Tag selbst bot sich ein absurdes Schauspiel: Die Polizei scheute keine Kosten und Mühen, war mit über 20 Mannschaftswägen und rund hundert Polizisten präsent, um so den Rechten den roten Teppich auszurollen. Dennoch versammelten sich 150 DemonstrantInnen spontan vor dem Haupteingang des Bürgerhauses und machten dort ihren Protest mit Parolen, Fahnen und Transparenten lautstark deutlich.trotz regnerischen Wetters Die wenigen AfD‘ler, welche die Hetzveranstaltung besuchten, mussten in einem Spalier aus Einsatzfahrzeugen zum Eingang gelangen. Insgesamt dürften nur etwa 100 Rechte, darunter nur wenig lokales Publikum, der Veranstaltutrotz regnerischen Wettersng beigewohnt haben. Ein ziemlicher Flop für einen Saal, der um die 300 Menschen fasst. Während die Rassisten ihre Veranstaltung unter Polizeischutz begannen, versammelten sich die DemonstrantInnen am Schillerplatz. Dort wurden noch zwei Reden unseres Bündnisses gehalten, wovon eine hier nachlesbar ist. Im Anschluss daran wurde die Kundgebung beendet.

Wir danken allen Antifaschistinnen und Antifaschisten, sowie allen Backnangerinnen und Backnangern trotz regnerischen Wetters für ihren Einsatz und Protest auf der Straße!

 

Mobilisierung „Backnang besser ohne AfD“ läuft erfolgreich an

Die Mobilisierung für die Proteste gegen die Hetzveranstaltung der AfD Rems-Murr am 18. Mai um 18 Uhr läuft erfolgreich an. In den letzten zwei Tagen konnten bereits über 1 000 Flugblätter in Briefkästen und der Stadt verteilt werden. Die Reaktionen der Backnanger Bevölkerung darauf waren durchweg positiv. Kommt also am Samstagabend nach Backnang und setzt ein klares Zeichen gegen rechte Hetze & Sozialabbau und ein starkes Signal für eine solidarische Gesellschaft!

Wann? Am Samstag, dem 18. Mai um 18:00 Uhr!
Wo? Bürgerhaus (am Schillerplatz)!
Was? Einschreiten gegen rechte Hetze!

Alle zusammen gegen die AfD!

Flyer 1

Kurzweiliger Vortrag „Wenn Rechte regieren“ mit Anne Rieger

Am Mittwoch luden wir zu einem Vortrag mit der ehemaligen Bevollmächtigten der IG Metall Waiblingen Anne Rieger, ein. Vor 20 Teilnehmenden referierte sie über den massiven Sozialabbau der rechts-konservativen österreichischen Regierung und den Widerstand dagegen. Mit vielen Bildern, Statistiken und Zusammenstellungen untermauert wurde der ArbeiterInnen- und Demokratiefeindliche Charakter der Regierungskoalition entlarvt. Hierbei zeigten sich auch einige Parallelen zur BRD: Die falsche Strategie der „Sozialpartnerschaft“ kann keine Verbesserungen für die Lohnabhängigen erzielen und lähmt den Kampf gegen die Spardiktate, die Kämpfe des politischen Widerstands  sind noch nicht ausreichend mit den Kämpfen der gewerkschaftlich organisierter KollegInnen verbunden, die Rechten setzen mit ungeheurem Eifer den 12-Stundentag, Kürzungen bei Unfallversicherungen, der Arbeitslosenhilfe & Frauenprojekten durch und streben zusätzlich die Abschaffung betrieblicher Mitbestimmungsorgane an, begleitet wird dies mit unsinnig medial breit ausgetretenen Diskussionen über die Erhöhung des Tempolimits auf Autobahnen oder die Listenpflicht von schächtenden Metzgern.

Im Anschluss an den Vortrag gab es die Gelegenheit zu Fragen und Diskussion, welches zusammen mit einem ansehnlichen Infotisch den Abend abrundete.

Backnang: Besser ohne AfD! Proteste gegen das AfD-Wahlkampfevent im Bürgerhaus

Die selbsternannte „AfD“ will am Samstag, dem 18. Mai eine ihrer Hetzveranstaltungen im Backnanger Bürgerhaus durchführen. Mit der eingeladenen „Prominenz“ ist klar, wohin die Reise geht: Geladen sind unter anderem der Bundestagsabgeordnete Kay Gottschalk, der zum Boykott türkischer Geschäfte aufrief. Das erinnert an die dunkelsten Zeiten deutscher Geschichte. Was die AfD als „Bürgerdialog“ verkauft, ist eigentlich eine reine Propaganda-Veranstaltung, die uns gegen unsere migrantischen KollegInnen, NachbarInnen und FreundInnen aufhetzen soll.

Das können wir nicht hinnehmen!
In unserer Gesellschaft sind vor allem Lohnabhängige von vielen verschiedenen Problemen betroffen. Die Mieten steigen, die Situation in der Pflege ist dramatisch und immer mehr Beschäftigte sind von Leiharbeit und Werksverträgen betroffen. Doch die Antwort auf unsere Probleme sind nicht rassistische Hetze oder plumpe Stimmungsmache, sondern Zusammenhalt und Solidarität. Dafür wollen wir am Samstag ein Zeichen setzen. Gemeinsam und entschlossen wollen wir der AfD klar machen, dass sie niemand in Backnang braucht und unsere Alternative eine solidarische Gesellschaft ist.

ALLE ZUSAMMEN GEGEN DIE AFD!
FÜR EINE SOLIDARISCHE GESELLSCHAFT OHNE RASSISMUS!

Wann? Am Samstag, dem 18. Mai um 18:00 Uhr!
Wo? Bürgerhaus (am Schillerplatz)!
Was? Einschreiten gegen rechte Hetze!