Spontankundgebungen nach rassistischem Terroranschlag in Hanau

Gestern riefen wir aufgrund des rassistisch-motivierten Massakers am Mittwochabend in Hanau zu einer Spontankundgebung am Waiblinger Bahnhof und auf dem Alten Postplatz auf. Mit Megafondurchsagen und Flugblättern informierten wir PassantInnen über die Zusammenhänge von rechten Terrorismus und seinem politisch-parlamentarischen Ausdrucks, der AfD. An den unangemeldeten Kundgebung beteiligten sich etwa 30 AntifaschistInnen, deutschlandweit waren gab es in über 40 Städten Proteste. Einen ausführlicheren Bericht findet ihr auf der Website des OAT Rems-Murr. Das OAT Rems-Murr hat dazu noch ein Video veröffentlicht, welches ihr euch auf YouTube ansehen könnt.

Erfolgreiche Kundgebung „Kein Platz für Nazis“ zusammen mit DGB-Gewerkschaften

Auch der zweite Revisionsprozess eines rassistischen Ex-Daimlermitarbeiters vor dem Landesarbeitsgericht Stuttgart wurde von antifaschistischen Protesten begleitet. Ein überzogenes Polizeiaufgebot scheute keine Kosten und Mühen, den rechten Gewerkschaftsfeinden um Oliver Hilburger den roten Teppich auszurollen und eine Vielzahl an Schildern, Fahnen und Hochtransparenten der antifaschistischen Kundgebung willkürlich zu beschlagnahmen. Die Stimmung war dennoch gut, 150 Menschen aus verschiedenen Betrieben, Gewerkschaften oder antifaschistischen Initiativen beteiligten sich an der Kundgebung und füllten anschließend den Gerichtssaal. Zehn Faschisten von Zentrum Automobil wurden von den Polizeikräften in den Saal geschleust und erlitten, wie beim ersten Prozess, abermals eine juristische Niederlage und mussten unverrichteter Dinge wieder abziehen. Nach Prozessende sammelte man sich am Kundgebungsort vor dem DGB-Haus und unterstrich, auch 2020 weiterhin im Betrieb, als auch in den vorgeblichen Rückzugsräumen der Faschisten gegen Rassismus und rechte Hetze aktiv werden zu wollen.

Antifa und Gewerkschaften – Zusammen gegen Rechts!

Mehr Bilder und einen ausführlicheren Bericht findet ihr unter: https://de.indymedia.org/node/54524

Kundgebung: Kein Platz für Nazis!

ALLE GEGEN ZENTRUM

verganngene Woche wollte die rechtsradikale Scheingewerkschaft „Zentrum Automobil“ den Revisionsprozess eines gekündigten Rassisten aus dem Daimler Werk nutzen, um sich als Beschützer der Arbeitnehmer aufzuspielen und neues Material für ihre Propagandafilmchen zu sammeln. Doch es kam anders als die Faschisten um den Nazirocker Oliver Hilburger es sich vorgestellt hatten:
Statt geschlossen in den Gerichtssaal zu marschieren, standen sie einer vielfach größeren Menge aus GewerkschafterInnen, AntifaschistInnen und solidarischen KollegInnen gegenüber. Durch geschlossenes und entschiedenes Auftreten wurden der Hilburger-Bande die Show vermiest und ein klares Zeichen gegen Rechts gesetzt! Auch im Gerichtssaal lief es schlecht für die Möchtegern-Gewerkschaft: Die allermeisten Plätze waren von antifaschistischen KollegInnen besetzt, die Nazis mussten vor der Tür warten. Außerdem wurde die Kündigung des rassistischen Mobbers bestätigt. Der Tag war ein voller Erfolg, an diesen gilt es anzuschließen!
Deshalb laden wir euch zur nächsten antifaschistischen Prozessbegleitung am 19.12. ab 7 Uhr ein. Erneut will ein Zentrums-Rassist gegen seine Kündigung klagen, erneut ist mit einem rechten Stelldichein vor dem Gericht zu rechnen. Das wird nicht ohne unseren Protest stattfinden.
Den genauen Ablauf könnt ihr aus dem gemeinsamen Aufruf mit den DGB Gewerkschaften, IGM-Vertrauenskörperleitung Werk Untertürkheim und Stuttgart gegen Rechts entnehmen.

Teilt dieses Bild und kommt am 19.12. mit uns auf die Straße!
Daimler bleibt Faschisten-frei!

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Auch in den Betrieben gegen Rechts – Diskussionsfreudiger Vortragsabend in Schorndorf

Am vergangenen Montag besuchten etwa 40 Menschen den Vortrag „Auch in den Betrieben gegen Rechts“ in der Schorndor,fer Manufaktur, zu dem neben unserem Bündnis das Forum Politik in der Manufaktur der örtliche DGB und die VVN-BdA Rems-Murr aufriefen. André Kaufmann (IG Metall Ludwigsburg/Rems-Murr), Miguel Jose Revilla und Michael Clauß (IGM-Betriebsräte im Mercedes-Benz-Werk Untertürkheim) stellten in einer Stunde die Problematik rechter Organisierungsversuche in den Betrieben anhand des Beispiels Zentrum Automobil um den Ex-Rechtsrocker Oliver Hilburger dar und gaben Denkanstöße zur Lösung des Problems. Gleichzeitig antworteten sie auf viele Fragen aus dem Publikum.

Zum Schluss nutzte unser Pressesprecher Tim Neumann die Gelegenheit, um auf kommende Proteste gegen Zentrum Automobil hinzuweisen. Am nächsten Donnerstag (19. Dezember) steht der zweite Revisionsprozess eines rassistischen Ex-Daimlermitarbeiters an, welcher einen türkischstämmigen Kollegen über Monate hinweg mit teils Hitlerverherrlichenden Bildern schikanierte. Als er infolge dessen gekündigt wurde, verdrehte die Hilburger-Bande munter die Tatsachen und schlachtete das Endergebnis medial aus, um die IG Metall als Gewerkschaft anzugreifen. Da eine ähnliche Vereinnahmung des Prozesses zu erwarten ist, gibt es Proteste  und eine Kundgebung von DaimlerkollegInnen und AntifaschistInnen vor dem Landesarbeitsgericht in Stuttgart.

Was? Kundgebung und Proteste gegen rechte Täter-Opfer-Umkehr!
Wann? Am Donnerstag, 19. Dezember ab 7 Uhr Proteste; ab 9:30 Uhr Kundgebung
Wo? Vor dem Landesarbeitsgericht Stuttgart (Börsenstraße 6, gegenüber vom Willi-Bleicher-Haus)

Wir bedanken uns bei allen TeilnehmerInnen für Ihren Besuch und das Mitdiskutieren!

Wer hetzt, der fliegt – Zentrum lügt!

 

AntifaschistischInnen, GewerkschafterInnen und KollegInnen gemeinsam gegen „Zentrum Automobil“

Worum geht es eigentlich?

Vor rund zwei Jahren wurde ein Vertrauensmann mit Migrationshintergrund der IG-Metall vom Daimler-Werk in Untertürkheim mit rassistischen Bildern per Whatsapp und weiteren Drohungen gegen ihn und seine Familie gemobbt und angegriffen. Der Vertrauensmann meldete das irgendwann seinem Vorgesetzten, die beiden Rassisten wurden daraufhin gekündigt. Die rechte Pseudogewerkschaft „Zentrum Automobil“ startete eine professionelle Medienkampagne, in der die beiden gekündigten Rassisten als Opfer dargestellt wurden. Dabei bekommt Zentrum u.a. Hilfe von dem rechten Medienmenschen Simon Kaupert vom rechten Finanzierungsprojekt „Ein Prozent für unser Land“. Ziel dieser Kampagne ist gegen die IG-Metall zu polemisieren und eine Angstwelle zu erzeugen vor sogenannten political correctness- bedingten Kündigungswellen. Einen guten Überblick über die Vorgänge bei Daimler bietet das Video von ReportMainz. „Zentrum Automobil“ wird geführt von Oliver Hilburger, bis 2008 Gitarrist der Blood&Honour Band „Noie Werte“, deren Songs der NSU schon für sich genutzt hat. Er ist Schlüsselfigur in Vernetzungen zwischen „Zentrum Automobil“, der AfD und dem Compact-Magazin. Hinzu kommt, dass die rechte Pseudogewerkschaft im Daimler-Werk Untertürkheim als bundesweites Pionierprojekt für rechte Betriebsarbeit fungiert.

Was gestern passiert ist…

Die beiden Rassisten haben gegen ihre Kündigung geklagt. Die Kündigung wurde erstinstanzlich bestätigt, gestern fand vor dem Landerarbeitsgericht der Revisionsprozess von einem der beiden Kläger statt. Formell war das also ein reiner Verwaltungsakt. Doch für uns und antifaschistische GewerkschafterInnen und KollegInnen aus Untertürkheim war klar, dass wir diesen Prozess politisch begleiten wollen.

Um 7 Uhr fanden sich schon rund 60 Menschen zusammen, um sicherzustellen, dass wir die ersten sind, die den Gerichtssaal füllen, sodass keine Faschisten beim Prozess anwesend sein können. Das ist uns auch gelungen, da wir die knapp zehn Nazis gemeinsam blockiert haben, sodass diese erst ins Gebäude konnten, als schon alle Plätze im Gerichtssaal belegt waren. Während der Blockaden kam es zu einigen Eierwürfen auf die Faschisten. Obwohl die Polizei gegen Ende der Blockade einiges an Pfefferspray eingesetzt hat, konnten die Nazis auch körperlich bedrängt werden. Lediglich ein verschüchterter Oliver Hilburger saß verloren im Saal rum,außerdem der rechte Kläger, seine Frau und sein Anwalt. Mit einer halben Stunde Verspätung, da der rechte Kläger ebenfalls blockiert wurden, begann der Prozess um 11.30 und endete um 16.30 mit der Urteilsverkündung, welche die Kündigung des Rassisten bestätigte. Insgesamt beteiligten sich über den Tag hinweg rund 200 Menschen an der Begleitung dieses Prozesses.

Alles in allem war es ein schlechter Tag für die Nazis, unangenehmer und erfolgsloser hätte der Tag kaum für sie ausgehen können. Für uns war der Tag auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung, wenn wir davon sprechen, antifaschistische Zusammenarbeit mit GewerkschafterInnen zu intensivieren und antifaschistische Arbeit im Betrieb mehr in den Alltag zu integrieren.

Wie geht es weiter?

Gestern war der erste von zwei Prozesstagen, da gestern die Klage von einem der zwei Rassisten verhandelt wurde. Am 19.12. geht es um den Zweiten – „Zentrum Automobil“ wird sich nach ihrer heutigen Pleite sicherlich eine andere Strategie für den Tag überlegen und wir können am Donnerstag in zwei Wochen an gestern anknüpfen. Im Laufe der nächsten Woche werden weitere Informationen zu Treffpunkt und Planungen für den Tag verbreitet werden, seid aufmerksam und kommt am 19.12. zu den Protesten gegen die Nazis und zu der Begleitung des zweiten Prozesses!

Offenes antifaschistisches Treffen Rems-Murr

Vortrags- und Diskussionsabend in Schorndorf: Auch in den Betrieben gegen Rechts

Referent – Ein Gewerkschaftssekretär der IG Metall | Beginn: 20 Uhr | Manufaktur Schorndorf

Seit geraumer Zeit versuchen Rechte aller Couleur in den Betrieben Fuß zu fassen und sich den Beschäftigten als vermeintliche „Alternative“ anzubieten. Beispiele dafür sind die Versuche der AfD in Ostdeutschland über ihren Scharfmacher Björn Höcke und seinem „Alternativen Arbeitnehmerverband Mitteldeutschland“ die Belegschaften zu spalten. So geschehen einer der Demonstrationen gegen die Schließung des Siemens Werks in Erfurt oder bei einer Protestkundgebung der IG Metall bei Opel in Eisenach.

Des Weiteren existiert seit 2009 im Untertürkheimer Daimler-Werk ein rechter betrieblicher Zusammenschluss namens „Zentrum Automobil“. Dieser wurde von Faschisten gegründet; wie z.B. dem früheren Rechtsrocker Oliver Hilburger, dem auch Kontakte zum faschistischen „Blood & Honour- Netzwerk“ nachgesagt werden. Dies ist aber nur die Spitze des Eisbergs: in der gesamten Organisation geben sich verschiedenste Rechte die Klinke in die Hand. Zudem wird das „Zentrum Automobil“ rechten Initiativen wie „Ein Prozent“ oder dem braunen Hetzblatt „Compact“ unterstützt.

Leider ist es dem „Zentrum“ gelungen sich weiter auszudehnen. Ableger bestehen mittlerweile bei den Daimler-Werken in Rastatt und Sindelfingen, bei BMW in Leipzig oder bei Stihl in Waiblingen.

Das Ziel der Rechten ist klar – über Lügen, Verdrehungen und pseudosozialer Selbstinszenierung einen Keil in die Belegschaften zu treiben und dabei der IG Metall möglichst stark zu schaden.
 Deshalb müssen wir uns damit beschäftigen, wie wir diese Entwicklung zurückdrängen und unsere eigene Gewerkschaftsarbeit verbessern können.
Auf der Veranstaltung mit anschließender Diskussionsrunde wird ein langjähriger Gewerkschaftssekretär der IG Metall Einblicke in die aktuellen Entwicklungen geben und gemeinsam mit Betriebsräten aus betroffenen Betrieben über die Aktivitäten rechter Betriebsräte informieren.

Eintritt frei, um Spenden wird gebeten

Veranstalter – Forum für Politik in der Manufaktur
Mitveranstalter – DGB Schorndorf, VVN-BdA Rems Murr, Zusammen gegen Rechts (ZgR Rems Murr)

Spannende Diskussionen beim Vortragsabend „Was tun im Betrieb gegen Rechts?“

Zum Vortragsabend „Was tun im Betrieb gegen Rechts“ am 20. November im Bürgerzentrum Waiblingen durften wir als einladendes Bündnis etwa 50 BesucherInnen begrüßen. Mit drei verschiedenen Redebeiträgen beleuchteten Miguel Jose Revilla, seines Zeichen Betriebsrat und Vertrauenskörperleiter der IG Metall im Mercedes-Benz-Werk Untertürkheim, André Kaufmann, Sekretär für Bündnisarbeit bei der IG Metall Ludwigsburg/Waiblingen und der antifaschistische Aktivist Manuel Hintergründe, Ursachen und Stoßrichtung rechter Propaganda in den Betrieben. Dies wurde insbesondere anhand der mehrmonatigen Übergriffe auf einen türkischstämmigen Daimlerarbeiter durch zwei rassistische – mittlerweile gekündigte – Mitarbeiter deutlich. Auch die Entstehung der faschistischen Organisation Zentrum Automobil des Ex-Rechtsrockers Oliver Hilburger aus Althütte wurde ebenfalls, wie auch ihre Einordnung in die gesellschaftliche Rechtsentwicklung, dargestellt. Gemeinsam mit vielen Anwesenden aus Betrieben, IG-Metall-Gliederungen und antifaschistischen Initiativen wurden im Anschluss daran große und kleine Gegenmaßnahmen diskutiert: Eine kämpferische und transparente Gewerkschaftsarbeit in den Betrieben, die Vernetzung und Zusammenarbeit mit außerbetrieblichen Initiativen und Bündnissen, sowie der Einsatz für eine solidarische Gesellschaft jenseits von rassistischer Diskriminierung und rückschrittlichem Nationalismus.
Wir bedanken uns bei allen BesucherInnen für ihr Kommen und die spannenden Diskussionsbeiträge!

Alle zusammen gegen den Faschismus!